Freitag, 15. Februar 2008
Perito Moreno
Da es heute erst um 11 Uhr losgehen sollte, sind Bjoern und ich noch gemuetlich durch das Staedtchen marschiert, das sich fuer irgendeine anscheinend sehr wichtige Feier herausgeputzt hat (Militaer, Bombenkommando, Buergersteige neu streichen etc.) und somit genug zu gucken bot. Bis Bjoern ploetzlich auf eine oeffenliche Uhr zeigt, auf der es eine Stunde spaeter als auf unserer und damit schon 20 Minuten nach der vereinbarten Zeit ist. Da faehrt man nur ueber eine kleine Grenze, zeigt einmal seinen Pass - und schon haben sie einem eine Stunde geklaut! Denn so wie es aussieht gibt es im Gegensatz zu Chile in Argentinien Sommerzeit, was uns um ein Haar unseren Eistreck gekostet haette. Da aber aufgrund der Feierleichkeiten eh nichts nach Plan lief, war auch der Bus zu spaet und wir konnten eben grad noch reinhuepfen. So lernt man es halt auf die "harte" Tour ;-)
Am Perito Moreno selbst ging es erstmal auf die Aussichtplattformen. Stehen, gucken und warten, dass endlich mal das "kalben" los geht. Eine Stunde lang eine grandiose Aussicht, aber nichts passiert, hoechstens mal ein kleines Eisbroeckchen, das sich den Weg nach unten bahnt - bis wir uns umdrehen, um die Treppen wieder rauf zum Bus zu gehen. Da macht es "Rummms" und ein Riesenstueck landet, entsprechend unbeobachtet von uns, im Wasser. Murphy´s Law. Auf die andere Seite des Gletschers werden wir dann mit einem Boot gefahren und von da aus gehts dann nach einer kurzen Einfuehrung in Gletscher-Geschichte zu Fuss zum Besteigen des Moreno. Und in dem Moment dann wieder lautes Grollen: ein kleines Stueck Gletscher loest sich... und zieht dabei ein deutlich groesseres mit sich. Ein lauter Klatsch und eine beachtliche Flutwelle. So sieht das also aus, das Kalben. Wobei das Beste fast sogar diese irre Geraeuschkulisse ist, wenn der ganze Berg "roehrt" und grummelt und man hoeren kann, wie der Riese in Bewegung geraet.
Nach einer kleinen Lehrstunde, wie man sich mit Steigeisen auf dem Eis bewegt, geht es dann auf den Gletscher. Tiefe Furchen, blaues Eis, tuerkises Wasser - die Bilder gibt´s noch, versprochen. Spannend ist der Treck in jedem Fall, allerdings gebremst durch eine wild durcheinander gewuerfelte Truppe, in der einige entweder nicht so gut zu Fuss oder mit dem Steigeisen schlicht etwas ueberfordert sind. Und so geht es im Schneckentempo und mit vielen Foto-Stops voran (letzteres hat Bjoern sicher mehr genervt als mich ;-))
Nach unser etwas verspaeteten Rueckkehr - und einem Whiskey auf Gletschereis ;-) - sind wir nun einigermassen schlapp und kriechen gleich ins Zelt. Morgen soll es nun endlich mit den Raedern weiter (bzw. los ;-)) gehen. Naechstes Ziel: El Chaltèn.
Liebe Gruesse!
Donnerstag, 14. Februar 2008
El Calafate
Vorfreudige Gruesse (zum ersten Mal aus Argentinien :-))!
Tina & Bjoern
Dienstag, 12. Februar 2008
Torres del Paine
Bjoernie vor der Abbruchkante des Grey-Gletscher.
Erste Aussicht auf den Grey-Gletscher vom erfolgreich (wenn auch mit Muehe ;-)) bewaeltigten Pass... (der Gletscher ist uebrigens nicht der Berg im Hintergrund, wie man vermuten koennte, sondern das Weisse zu seinen Fuessen, das sich auf meiner Kopfhoehe befindet).
Gletscher-Seen: Sehen warm aus, sind es aber nicht...
Nun sind wir also zurueck in der Planungsphase. Unser naechstes Ziel: El Calafate.
Hasta la vista :-)
Mittwoch, 6. Februar 2008
Unterwegs nach Puerto Natales



Bjoerns Muetze macht sich selbststaendig und muss wieder eingefangen werden - nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal.
Als wir dann bei KM 50 an unserem vermeintlichen Ziel ankommen, muessen wir feststellen, dass das Hostal, das uns hier erwarten soll, nicht existiert. Auf der Suche nach Alternativen stehen wir kurz davor, unser Zelt in einem "Car Port" neben einer "Tankstelle" (beide offenbar schon Jahrzehnte der patagonischen Witterung ausgesetzt und in einem entsprechenden Zustand...) aufzubauen, als uns der Fahrer eines Minibusses anbietet, uns mit nach Puerto Natales zu nehmen. Angesichts der Tatsache, dass sogar die "echten" Patagonier versichern, heute sei es "muy viento", nehmen wir das Angebot dankend an. Als wir nach einer dreistuendigen Fahrt in Natales ankommen, ist das einzige, das der Fahrer fuer die Tour annehmen moechte, ein Lotto-Tipp von uns ;-))
Den heutigen Tag haben wir nun mit Planung verbracht. Morgen geht es fuer wahrscheinlich eine Woche zum Wandern in den Nationalpark Torres del Paine. Wenn es nach Plan laeuft... aber unsere bisherigen Erfahrungen haben uns eher das Improvisieren gelehrt ;-)) Also wird es nun erstmal still um uns... Wir melden uns, wenn wir zurueck sind!
Montag, 4. Februar 2008
Punta Arenas - Tag 2
Wobei man sich durchaus auch ohne Raeder einen schoenen Tag machen kann. Unsere gestrige Fahrt in die Pinguin-Kolonie war wirklich schoen. Gar nicht unbedingt oder vor allem wegen der Pinguine (die waren recht klein und alles in allem denen aus dem Koelner Zoo nicht unaehnlich ;-)), sondern vor allem wegen der phanastischen Heimstatt, die sich das niedliche Gehopse zum Brueten ausgesucht hat. Ein kleiner Eindruck hier:

Sonntag, 3. Februar 2008
Am Ende der Welt
Wer von euch hatte uns noch gleich "viele aufregende Erlebnisse" gewuenscht? In den letzten 48 Stunden haben wir davon wahrscheinlich genug fuer die naechsten Wochen gesammelt...
Erster Zwischenfall: Frankfurt Flughafen. Unsere Fluggesellschaft, die LAN, hat spontan ihre Konditionen geaendert. Der Kilopreis fuer Uebegepaeck ist nunmehr fast um 25 % teurer als man uns am Telefon versichert hatte. Wir haben keine Wahl, zahlen und lassen uns nicht die Laune verderben.
Nach einem langen, aber ansonsten recht ruhigem Flug Ankunft im bruellend heissen Santiago. Statt dass unser Gepaeck hier automatisch verladen wird (ja, auch das hatte man uns zuvor telefonisch zugesagt ;-)) muessen wir unser uberdimensioniertes Gepaeck selbst abholen, durch den Zoll bringen und neu aufgeben. Keine Chance in den 45 Minuten, die die LAN hierfuer vorgesehen hatte. Also startet unser Flieger nach Punta Arenas ohne uns. Erste Panikgefuehle. Rettung naht in Form eines kleinen wuseligen Chilenen in Uniform, der uns durch die Massen lotst, mit allerlei Flughafenpersonal wilde Diskussionen fuehrt und damit dafuer sorgt, dass wir zwei Stunden spaeter einen Esatzflug haben. Wieder beruhigt und noch einmal knapp 4 Stunden in die Luft.
Ankunft in Punta Arenas. Unsere Freude darueber, dass wir ueber 30 Stunden nach unserem Start endich angekommen sind, erhaehlt direkt einen empfindlichen Daempfer. Was wir uns vor der Reise hoechstens mal im Spass als absoluten Worst Case ausgemalt hatten, hat sich prompt bewahrheitet: Unsere Raeder sind weg. Einfach so. Und auch ohne dass eine gewisse Aufregung beim Flughafen-Personal ueber den Verlust festzustellen ist. Hier steht vielmehr direkt bei der Gepaeckannahme eine Dame mit einem grossen Stapel Verlust-Formularen bereit. Es stellt sich in so einem Moment die Frage, ob die Gewoehnlichkeit eines Gepack-Verlustes eher dazu angetan ist, einen zu beruhigen oder ob dies die Panik noch eher verstaerkt. Uns in unser Schicksal ergebend, entscheiden wir uns fuer die erste Variante. Zudem ist die Dame bei der Verlustmeldung sehr freundlich, kennt unser Hostel und verspricht die Raeder so rasch wie moeglich nachzuliefern.

Unser Hostal Estancia
Und das funkioniert tatsaechlich: Heute, einen Tag nach dem wir angekommen sind, kommen unsere Raeder nach. Und das sogar in einem Stueck :-) Bei einer kleinen Testfahrt in strahlendem Sonnenschein bei einer geschaetzten Windstaerke von 8, in Boeen 10, stelle ich fest, dass man sich hier, richtig positioniert, kilometerweit treiben lassen kann, ohne einmal in die Pedale zu treten - und das bei einem durchaus anstaendigem Tempo. Der Rueckweg... tja, der sah dann natuerlich anders aus (und war v.a. von dem Bemuehen gepraegt, sich nicht in den Pazifik wehen zu lassen).

Soviel zu unserer Anreise. Die weiteren Plaene: Heute Besuch einer Pinguin-Kolonie und ab Dienstag auf die Raeder nach Feuerland.
Bis bald! Oder vielmehr: Hasta luego :-)
Freitag, 1. Februar 2008
Stichtag
Nach unzähligem einpacken, umpacken, kleiner packen & neu sortieren scheint es nun vollbracht, dass wir unseren ganzen Kram nicht nur so auf die Tachen verteilt haben, dass zumindest eine Chance besteht, kein Übergewicht zahlen zu müssen. Mit Mühe und Not haben wir auch das Gepäck, allen voran die überdimensionalen Fahhrad-Kartons, in unserem Wagen untergebracht.
Das heißt nun also: Alles ist startklar und es kann losgehen! Wir werden uns größe Mühe geben, euch hier regelmäßig auf dem Laufenden zu halten und möglichst auch mit schönen Bildern von Feuerland, Patagonien und Co. zu dienen.
Aufgeregte Grüße senden euch Tina & Björn


