Donnerstag, 15. Mai 2008

Auf nach Haus

Es ist soweit - der Tag unserer Abreise ist gekommen. Noch ein paar Stunden rumhaengen in Lima, dann auf ins Taxi und zurueck nach Deutschland. Auch wenn wir natuerlich ein wenig traurig sind, dass unsere schoene Zeit hier ein Ende hat, gibt es natuerlich auch so einiges auf das wir uns schon maechtig vorfreuen (anstaendiges Brot, Autofahrer die nicht beim nichtigsten Anlass in ein wildes Hupkonzert ausbrechen, Gummibaerchen... und natuerlich auf all die netten Menschen, die wir zu Hause lassen mussten ;-))

Mit ein paar Bildern von unseren letzten Fluegen sagen wir "Tschuess" und "Bis bald"! Wir sehen uns zu Hause!

"Chico, mach dich klein fuers Foto!" - Fuer Fluglehrer Lucho ist Bjoern ein Riese ;-)

Check: Liegen die Leinen richtig? Alles fest? Bremsen frei?

Bodenkontrolle

Die letzten Tage ging es noch mal hoch hinaus. Startpunkt in 400m Hoehe.

Der letzte Abend will anstaendig zelebriert sein.... Wir machen es uns vor unserem Hostal bequem.

Es gruessen auf dem Sprung,

Tina & Bjoern

Samstag, 10. Mai 2008

Lima

Nein - keine Hochzeit in den Bergen. Auch keine Auszeit im schicksten Hotel Limas (das btw 300 € die Nacht kosten wuerde). Stattdessen haben wir uns recht spontan entschieden, hier in Lima einen Paragliding-Kurs zu absolvieren. Nachdem wir in den vergangenen Wochen einigermassen ratlos waren, wie wir die verbleibende Zeit am besten nutzen koennen, ohne in Stress zu kommen, rechtzeitig in Lima zu sein, ist uns das Angebot "Paragliding fuer Anfaenger" ins Auge gefallen. Der Kurs beinhaltet 6-8 Tage, in denen man mit den Grundzuegen des Paraglidings vertraut gemacht wird.

Schon am ersten Tag, den wir nahe von Lima in der Wueste verbracht haben (hohe Duenen - viel Sand - weiche Landung) durften wir feststellen, dass das eigentliche Problem nicht das Fliegen, und auch noch nicht mal unbedingt das Landen ist, sondern vielmehr den Schirm auch bei Wind gerade hochzubringen und dann einigermassen unter Kontrolle zu halten. Die zweite Erkenntnis folgte auf dem Fusse: Die groesste Gefahr, die einem Paragliding-Anfaenger droht, ist mitnichten der Absturz, sondern vielmehr das Ausloesen einer Herzattacke, wenn er sein ganzes Equipment nach einem kurzen Flug wieder die Duene hochschleppt... Hardcore...



"Chico" Bjoern mit Trainer Luco (Zitat: "Martina, du kannst doch den Namen vom Chico auch nicht richtig aussprechen, oder?")

Schirm ausrichten, Bremsen in die Hand, A-Leinen ziehen, loslassen und rennen....

Er steht! In der Regel macht die naechste Windboe diesen Erfolg nach wenigen Sekunden zunichte.Bjoern nach reichlich sandigem Bodenkontakt...

Nach zwei Uebungstagen in den Duenen ging es dann vorgestern auf unser erstes Kliff (Hoehe ca. 100m), das anfaengerfreundlich auch komplett aus Sand bestand und damit immer und ueberall eine sichere Landung gewaehrleistete. Hier dann der erste richtige Flug mit echtem Thermik-Auftrieb: Um letzteren zu geniessen gilt es, immer moeglichst dicht am Hang enge Kurven zu fliegen, um sich dann vom Aufwind ueber das Kliff tragen zu lassen. Ein irres Gefuehl, wenn einen der Wind unvermutet in die Hoehe zieht...


Sicherheitspolster am Po: Nach dem Ablegen desselben fuehlt man sich unvermutet rank und schlank ;-))

Schirm ausrichten nahe am Kliff, dann ist der Weg nicht soweit. Sich mit aufgestelltem Glider vorwaertszubewegen, erweist sich beim entsprechenden Wind als nahezu unmoeglich, da die Fuesse stets drohen den Bodenkontakt zu verlieren.

Wenn sich dieses Phaenomen einstellt, kann ein kleiner Schubser von Luco nicht schaden.

Geschafft! Der Rest ist nun deutlich unproblematischer. Falls man sich nicht zurueck auf Hoehe "schaukeln" kann, einfach runter an den Strand und aufs Auto warten.



Es verbleiben noch weitere drei Kurs-Tage, in denen wir noch unsere Bodenkontrolle verfeinern werden (sowas von notwendig ;-)) und hoffentlich noch ein paar schoene Fluege geniessen duerfen.

Und dann heisst es bald Sachen packen... Da wir hier aber nur von schoenstem Wetter zu Hause hoeren und der Himmel in Lima bestenfalls eine leicht hellgraue Toenung aufweist, koennen wir uns inzwischen auch schon ein wenig auf den naechsten Donnerstag freuen.

Es gruessen euch,
Flieger-Tina und Flieger-Chico Bjoern

Sonntag, 4. Mai 2008

Machu Pichu

Immer wenn Bjoern von unserem "Urlaub" redet, sag ich ihm: "Wir machen keinen Urlaub, wir sind auf Reise." Der Unterschied? Urlaub ist entspannend, Reisen oft auch anstrengend. Und weil sich das mal wieder ganz besonders in den letzten drei Tagen gezeigt hat (FR um 7 Uhr raus, SA & SO um 04.30 Uhr), gibt es heute mehr Bilder als Text.

Hier also nur die Highlights der vergangenen Tage...

Freitag: Wir sind frueh auf den Beinen, um auch ja nicht den Start unserer zweitaegigen Machu Pichu-Tour zu verpassen. Unser Hostal-Besitzer und Tour-Operator Harry (verantwortlich dafuer, uns zum Bus zu bringen) sieht hierfuer offensichtlich keine Veranlassung. Nach 30 Minuten Wartezeit erklaert uns seine Mama, Harry haette auf der gestrigen Geburtstagsfeier seines Bruders wohl etwas ueber den Durst getrunken und laege noch im Bett. Na dann... Harry kommt mit einer Riesenfahne 15 Minuten spaeter, karrt uns in ein Taxi und eilt mit uns zum Busbahnhof. Gerade noch rechtzeitig.

Samstag: Machu Pichu. Touristenstroeme ergiessen sich ueber eines der bekanntesten Wahrzeichen Suedamerikas. Schon morgens um 5.30 Uhr stehen wir mit geschaetzten 500 Leuten an der Busstation, die sich in eine wahre Armada von Reisebussen draengen. Oben angkommen verteilt sich aber alles recht huebsch. Als sich die Ruinen nach einigen Stunden endlich aus dem Nebel erheben (oder umgekehrt) stellen wir fest: Es ist vielleicht nicht unbedingt 170 Dollar wert, aber dennoch sehr beeindruckend.

Ja, die Suedamerikaner haben oft Probleme mit unseren - allen voran mit Bjoerns - Namen. Eine derartige Verhunzung ist aber trotzdem die Ausnahme.
Mit 30 Bussen in der Reihe gehts schon in aller Fruehe in engen Serpentinen den Berg hoch.
Oben gibt es statt des versprochenen Sonnenaufgang vor allem eines: Nebel.

Also erstmal hoch auf den Wayna Pichu: Das ist der Berg, der auf jedem MP-Bild im Hintergrund zu sehen ist...
... und von dem aus man eine sehr schoene Komplettansicht der Ruinen geniessen kann.
Waehrend man darauf wartet, dass sich die Wolken verziehen, ist Zeit fuer einen kleinen Snack.
Dieser war zu klein ;-)

Zurueck unten haben sich die Wolken in Wohlgefallen ausgeloest und wir geniessen die klassische Postkarten-Perspektive.

Sonntag: Aufstehen um 4.30 Uhr, um einen der ersten Fluege nach Lima zu bekommen (alles andere ausgebucht). Am Flughafen angekommen teilt uns die Dame von der LAN mit, unsere Reservierung sei aus unerfindlichen Gruenden gecancelt worden... Schrecksekunde.... aber es gaebe noch Plaetze in der 6.30 Uhr-Maschine, die ganze 5 € pro Ticket guenstiger seien. Zum ersten Mal haben wir die Ehre an den Notausgaengen zu sitzten und kriegen eine Ahnung, wie es sich in der Business Class leben lassen muss. Beinfreiheit de Luxe ;-)Angekommen in Lima: Hier bleiben uns noch 1,5 Wochen, die wir fuer etwas ganz besonderes nutzen wollen... Was, das wird im naechsten Post verraten ;-))

Es gruessen recht muede,

Martha & Brian ;-))

Donnerstag, 1. Mai 2008

Cuzco

Dia del Trabajo - Tag der Arbeit. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Peru, wo es uns inzwischen hinverschlagen hat. Aber nur weil ein Feiertag ist, heisst das nicht, dass dem touristischen Treiben hier in Cuzco Einhalt geboten wuerde. Im Zweiminutentakt werden wir auf der Strasse angesprochen, ob wir eine Tour nach Machu Pichu buchen, uns massieren oder gar taetowieren lassen wollen (nein, Papa, keine Angst, wir haben brav zu allem nein gesagt ;-)). Unsere Hitliste der touristischsten Orte Suedamerikas hat damit - Tadaa - eine neue Nummer 1!


Cuzco: eine Stadt, die sich fuer die ganzen Touris ordentlich herausgeputzt hat.


Rein ins Hostal: Von der Haustuer aus sind es nur noch geschaetzte 250 Stufen bis zu unserem Zimmer....
....das uns als Lohn fuer die Muehe einen tollen Blick ueber die Stadt bietet.

Wir ihr also sehen koennt, haben wir auch den Rueckflug mit unserem Mini-Flugzeug gut ueberstanden. Danach haben wir uns noch 2 schoene Tage in La Paz gegoennt, um dann fuer sage und schreibe 100 Bolivianos (ca. 9 Euro) die (angeblich) 12-stuendige Busfahrt nach Cuzco zu buchen. Die hat sich dann wie folgt entwickelt (um es vorwegzunehmen: klapprige Mini-Flugzeuge, die auf Graspisten landen, sind definitiv die bessere Wahl):

Start ist angeblich um 8.30 Uhr. Tatsaechlich dauert es gut eine Stunde laenger, bis unser kleiner Rumpel-Bus (Kopfstuetzen auf Schulterhoehe - nein, so klein sind nicht mal Bolivianer) endlich nach zahlreichem Hin- und Her Richtung Titikaka-See und peruanische Grenze startet. Die Grenze selbst ueberqueren wir zu Fuss, um danach in einen neuen Bus einzusteigen, in dem - der straffen Organisation sei Dank - nicht alle Reisenden Platz finden. Wir sind fix und duerfen mitfahren, angeblich "Cuzco directo". Nur zwei Stunden spaeter werden alle Reisenden fuer "Cuzco directo" aufgefordert, auszusteigen und an irgendeinem Busbahnhof eine Stunde auf den nunmehr dritten Bus zu warten. Der soll, so verspricht man uns, dafuer "schon" um 21 Uhr das Ziel erreichen. Tatsaechlich kommen wir gegen 23 Uhr endlich in Cuzco an, wo wir direkt von zahlreichen Peruanern bestuermt werden, die uns ein Hostal, ein Taxi oder sonstwas andrehen wollen...

Unsere letzte Grenze...

Ihr seht: Fuer heute hatten wir uns einen Tag Ruhe verdient. Den lassen wir gleich in einem netten Schweizer Restaurant ausklingen, in dem endlich mal was anderes als Pollo und Hambuergesa auf der Karte steht :-))

Fuer die naechsten beiden Tage ist dann die obligatorische Machu Pichu-Tour geplant (unfassbare 170 Dollar pro Person! Und zwar egal ob ein oder zwei Tage), bevor es am Sonntag auf nach Lima geht (dieses Mal fliegen wir wieder... unser Bedarf an Bus-Stunden ist fuer die naechsten Wochen, wenn nicht gar fuer immer, gedeckt).

Euch allen noch einen schoenen 1. Mai und morgen kein boeses Erwachen!

Tina & Bjoern

Sonntag, 27. April 2008

Rurrenabaque

Heiss... das ist definitiv das erste Wort, das mir zu unserem aktuellen Aufenthaltsort einfaellt. Morgens, abends, nachts: ich glaube nicht, dass die Temperatur auch nur fuer kurze Zeit die Gnade hat, unter 30 Grad zu fallen. Und dann ist es natuerlich auch feucht. Wie sich das so gehoert fuer den Dschungel... und so schwitzen wir hier munter vor uns hin.

Wie bereits berichtet hatten wir uns entschieden mit dem Flugzeug anzureisen statt uns ein weiteres Mal fuer eine laengere (Tor)Tour auf bolivianische Strassen zu begeben. Die Weisheit dieser Entscheidung haben wir beim ersten Anblick des "Flugzeugs", das uns hierher bringen sollte, spontan in Frage gestellt. Und auch der Hinweis, dass es hier in Rurre keinerlei asphaltierte Piste gibt, war nicht dazu angetan, uns zu beruhigen. Aber - so haben wir uns gedacht - wenn von den vier Maschinen, die taeglich zwischen La Paz und Rurre verkehren, tatsaechlich jede 2. abstuerzen wuerde, so waere das wohl kaum ein eintraegliches Geschaeft. Also gehen wir das Wagnis ein und begeben uns auf unseren Platz (bzw. auf unser Plaetzchen).

Hier kriegt jeder einen Fensterplatz - und das, wo ihr die vielen Knie seht, ist das tatsaechlich der Gang.

Landung auf Gras.

Und kommen, wie dieser Eintrag ja bereits vermuten laesst, tatsaechlich heile und ungeschoren an. Nicht nur der erste Atemzug der heissen Tropenluft, auch der erste Blick auf den Ort macht uns deutlich, dass dies hier ein ganz anderes Bolivien ist, als das, was wir bisher gesehen haben: tropisch, dicht bewachsen, die Strassen gefuellt mit unzaehligen Motorraedern, die hier 90% des Verkehrs bilden, und ... achja, die Hitze ;-)

Nachdem wir uns einen Tag fuer die enorme Umstellung von kalter Bergluft auf die neuen klimatischen Bedingungen goennen, wollen wir dann am Donnerstag Richtung Pampas starten - und bekommen hierbei wieder etwas bolivianischen Alltag zu spueren. Der Sprit ist alle. Und zwar der der Tankstelle. Nur ein kleines Problem, wie man uns versichert. Statt uns also mit den 8 uebrigen Reisenden, die unsere kleine Gruppe bilden, wie geplant in zwei Autos zu transportieren, werden wir spontan alle samt und sonders in einen der bereitstehenden Landcruiser gepackt - nicht zu vergessen plus Fahrer und Guide - und zuckeln so 3 Stunden lang ueber die bereits beschriebenen bolivianischen Pisten.

Direkt nach der Ankunft in unserer kleinen Urwald-Lodge geht es rauf aufs Boot, um die heimische Fauna zu erkundigen. Und das heisst vor allem eines: Kaimane. Denn die gibt es hier noch und noecher. Klein, gross, faul in der Sonne liegend, faul im Wasser treibend und stets bemueht, sich soweit moeglich auch nicht das kleinste bisschen zu bewegen (bei dem Energieverbrauch sollte es eigentlich auch ausreichend sein, sich hin und wieder von ein wenig Blattwerk zu ernaehren - aber das hat die Natur anscheinend anders vorgesehen). Boot mit Aussicht.

Fleissig: Bjoern zieht (mit leichter Unterstuetzung aus Frankreich) das Boot an Land.

Neben Kaimanen gibt es natuerlich zahlreiche weitere Tiere zu entdecken: Voegel in allen Formen, Farben und Groessen, unzaehlige Flussdelphine, die immer froehlich neben unserem kleinen Boot herschwimmen, Affen, Schlangen (unser Anakonda-Suchtrip war leider nicht von Erfolg gekroent :-( ) und und und. Auch wenn unsere Kamera nicht dafuer gebaut wurde, anstaendige Tierbilder zu machen, hier ein kleine Auwahl von dem, was da in den Pampas alles so kreucht und fleucht:

Wie dieses huebsche Tier heisst, ist mir bereits wieder entfallen, aber es ist, wie es scheint, mit der Ratte verwandt.Diese kleinen Aeffchen sind nicht nur suess, sondern auch nuetzlich: Auf ihrem Speisplan stehen insbesondere Insekten und Spinnen.

Wobei dieses Exemplar, das wir in unserem Camp gefunden haben, vielleicht eine Nummer zu gross sein duerfte.

Die ist noch klein und wird mal einen Meter lang.

Nachdem wir uns am letzten Tag soweit mit der Tierwelt angefreundet haben, wagen wir es auch, am geplanten Delphin-Schwimmen teilzunehmen. Was soviel bedeutet wie Bikini an und rein in das absolut undurchsichtige Wasser, in dem man Minuten zuvor die Kaimane beobachtet hat. Aber unser Guide versichert uns, dass es hier absolut sicher ist und dass definitiv keine Kaimane dorthin kommen, wo die Delphine sind. Ehrlich gesagt ist es aber auch nicht weniger erschreckend, ueberraschend von einem Delphin gestreift zu werden, den man nicht kommen sieht. Trotzdem defintiv eine mehr als interessante Erfahrung.Das kostet Ueberwindung: rein in das Wasser, in dem so ziemlich alles lebt, man aber absolut nichts sehen kann.Sonnenuntergang in den Pampas - jetzt werden die Kaimane aktiv.

Heute machen wir nun einen faulen Tag - was anderes laesst das Wetter ohnehin nicht zu - und morgen starten wir wieder nach La Paz, um von dort aus langsam aber sicher Richtung Peru aufzubrechen. Lima wartet - keine 3 Wochen mehr und Deutschland hat uns wieder...

Zerfliessende Gruesse senden euch

Tina & Bjoern