Donnerstag, 28. Februar 2008

Auf der Carreterra Austral - Cochrane

Da sind wir wieder. Zurueck in der Zivilisation: Was in diesem Fall ein kleines Dorf mitten im Nichts mit 3.000 Einwohnern bedeutet, fuer uns aber ein Riesensprung ist im Vergleich zu unserem Leben in der letzten Woche. Es ist sehr faszinierend, was fuer eine unglaubliche Anziehungskraft ein simpler Supermarkt haben kann, wenn man einige Tage "out in the bushes" im Zelt uebernachtet hat und zudem immer einen gestrengen Blick darauf richten musste, wie lange Wasser und Lebensmittel (bestehend aus Brot, Nudeln und Notfall-Schokolade ;-)) reichen. Und eine Dusche! Purer Luxus, nach den Abenden, in denen man sich in den naechsten Fluss stellt, um nach einem Tag auf dem Rad (und das sind harte Tage hier!) zumindest wieder halbwegs wiederhergestellt zu sein.

Aber erstmal von Anfang an: Unsere Grenzueberquerung zurueck nach Chile gestaltete sich schon mehr als abenteuerlich. Als wir nach einer zweistuendigen Busfahrt am Lago del Desierto ankommen (zu windig fuer das Rad), von wo aus die Faehre gehen soll, ist dort niemand, der uns Auskunft geben koennte, fuer wann diese das naechste Mal erwartet wird (Wartungsarbeiten am Steg hatten den normalen Fahrplan ausgehebelt). Aber wir haben Glueck, schon am naechsten Morgen kommt ein Boot, mit dem wir uebersetzen koennen. Auf der anderen Seite hatten wir auf Pferde gehofft, um das anstregende "Bordercrossing" nur mit den Raedern, aber ohne Gepaeck zu vollziehen. Nach drei Stunden warten ist klar: hier kommt kein Pferd mehr. Also Vordertaschen in den Rucksack, aufgeschnallt und dann die Raeder den mehr als schmalen und steilen Waldweg hochgezerrt. In etwa so:

Grosse Freude, als wir die Grenze erreichen, denn von da aus, so sagte man uns, sollten wir die Raeder wieder benutzen koennen - und tatsaechlich, es ist steil und steinig, aber es geht und wir fahren runter zum wunderschoenen, postkartenblauen Lago O´Higgins.

Hier zelten wir und warten auf die Faehre am naechsten Tag, die uns nach Villa O´Higgins bringt, einem Ort mit 300 Einwohnern und aeussert sparsam ausgestatteten Minimarkets. Wir goennen uns einen Tag Verschaufpause (Sachen waschen, einkaufen etc.). Und dann am letzten Montag endlich der Start auf der Carreterra Austral. Wahnsinn! Diese einsame, kaum befahrene (woher auch, in Villa O´Higgins endet die Strasse, hierher kommt man nur zu Fuss oder mit dem Rad ueber die Grenze... am Tag sieht man ca. 5-10 Autos) fuehrt durch eine unglaublich schoene Landschaft mit riesigen Seen, schroffen Bergen und Urwald. Der Weg selbst ist nicht asphaltiert - mal mehr, mal weniger und mal (gestern) gar nicht befahrbar. Unsere erste Etappe, mit einer Laenge von ca. 250 km, hat uns nun drei Tage gekostet: Jeden Tag 6-7 Stunden (netto!) auf den Raedern mit 800-1.000 zu bewaeltigenden Hoehenmetern. Dabei haben wir wahnsinniges Glueck, was das Wetter betrifft, denn Regen, der hier eigentlich ueblich ist, kann die Strasse fuer einige Zeit voellig unpassierbar machen. Und uns lacht nun schon seit 1,5 Wochen eine strahlende Sonne vom blauesten Himmel entgegen. Ohne Lichtschutzfaktor 50 waeren wir in der Zwischenseit voellig verbrutzelt (das weiss ich deswegen so genau, weil ich hier und da schon mal eine Stelle am Knie vergessen habe - unschoen).

1,5 Tage in Begleitung: Daniel aus Dresden ist mit uns auf Tour.
Lange Strasse, lang bergauf.

Da es auf dieser Etappe ausser eine klitzekleinen Kiosk an einer Faehre sonst nichts ausser Natur gab, haben wir die zwei Naechte wild gecampt (und mussten dabei an einem Abend unsere Lagerstatt gegen eine sehr aufdringliche Kuh verteidigen - wie gut, dass man vom Land ist ;-)). Das fuehrte dann am zweiten Abend dazu, dass das Wasser knapp zu werden drohte. Am ersten Tag gab es noch reichlich Wasserfaelle direkt vom Gletscher, aus denen man sich sorglos bedienen konnte, aber bei normalen Fluessen ueberwiegt derzeit noch unsere Skepsis... So habe ich (Tina) mich denn gestern auf unserer Tour von einem Gaucho zu einer kleinen Farm fuehren lassen, die auch Camping anbietet und auf der wir Wasser und frisch zubereitete Tortas Fritas (Krapfen-artiges extrem fettig-leckres Gebaeck) kaufen konnten. Diese Staerkung konnten wir dann auch gut gebrauchen, denn die darauf folgende Strecke war mehr als anspruchsvoll: Erst rauf auf 520 Meter, dann immer wieder rauf, runter, rauf, runter - das war a) sehr gemein, weil man sich als Radfahrer die ganze Streigung lang damit aufrechthaelt, das man an die Abfahrt denkt - die dann manchmal einfach ausbleibt, und b) so gut wie unmoeglich zu fahren, weil der Untergrund von miserabel zu voellig unmoeglich wechselte: ein einziges Waschbrett und das Kilometer um Kilometer... (sogar auf steilen Abfahrten haben wir es dank des Gehuckels kaum ueber die 5 km/H geschafft). Als wir gestern Abend nach ueber 7 Stunden im Sattel (ich wiederhole, netto!) endlich in den Ort reinrollten (der tatsaechlich ueber asphaltierte Strassen verfuegt - ein unglaublicher Luxus derzeit) waren wir pure Erschoepfung. Das heisst: rein in den Supermarkt, Brot, Kekse und Cola, direkt aufgegessen, schnell Camping gesucht & Zelt aufgestellt und ab in ein "Restaurant" und weitergegessen (und ein paar kalte Cerveza getrunken ;-)) .

Heute heisst es nun fuer uns ausruhen, Vorraete aufstocken, waschen und - last but not least - essen (der Hunger hoert nach drei solchen Tagen gar nicht mehr auf). Und hoffen, dass uns das Wetter fuer die naechsten Tage gesonnen bleibt. Ab morgen gehts weiter Richtung Cohaique.

Das war nun also der erste Monat unserer Reise - die Zeit verfliegt! Noch zwei bis drei Wochen Richtung Norden auf der Carreterra, so rechnen wir. Und dann schauen, wie es weitergeht.

Eure Tina & euer Bjoern

Mittwoch, 20. Februar 2008

El Chaltèn - Tag 2

Nach den Perito-Bildern nun auch noch ein paar Eindruecke von den letzten drei Tagen.




Ansonsten sind wir mal wieder in der Planungsphase. Entweder wir starten direkt heute weiter, um ueber den Lago del Desierto und den Lago O´Higgings wieder nach Chile zu fahren und dort dann endlich auf der Carreterra Austral zu fahren (von der wir von allen Reisenden, die uns entgegenkommen, bisher wirklich nur Phantastisches gehoert haben :-). Aber zum einen ist der Wille, direkt wieder aufs Rad zu steigen, heute noch nicht so unbaendig, zum anderen sind wir hier immer noch nahe des Nationalpark "Los Glaciares" und wuerden gern noch ein wenig die schicken kleinen Wandertouren, die von hier aus starten, ausprobieren. Allerdings muessen wir uns in der Planung nach einem Veranstalter richten, der fuer den Weg zwischen den beiden Seen Lastpferde anbietet. Und da der Pfad dort so uneben, glitschig und schwer passierbar sein soll, wuerden wir diese fuer unser Gepaeck und ggf. auch fuer die Raeder in Anspruch nehmen.

Auf der Carreterra ist dann wohl Schluss mit den etwas touristischeren Orten, die wir bisher so gesehen haben. Es stellt sich also auch die Frage, wie oft wir dort ein Internet-Cafè finden werden. Aber wann immer moeglich, melden wir uns. Vielleicht ja noch von hier aus, wenn wir noch ein paar Tage bleiben sollten.

Bis bald!

Perito Moreno - Bilder

Hier wie versprochen noch ein paar Bilder von unserem Tag am Perito Moreno...



Bjoernie vor dem Gletscher.



Martina auf dem Gletscher.

Und ein Tisch auf dem Gletscher - fuer unsere "Erfrischung" nach dem kleinen Treck.

Dienstag, 19. Februar 2008

El Chaltèn

Nein - es wird nicht besser mit den Internet-Verbindungen. 10 Minuten auf den Aufbau einer Website zu warten, scheint argentinischer Standard zu sein. Sobald es besser wird, stellen wir euch die Bilder - sowohl vom Gletscher als auch von unserer neuen Tour ein. Die letzten drei Tage haben wir nun komplett auf den Raedern verbracht und die Naechte in der Pampa im Zelt uebernachtet. Ein schoener Trip - wenn auch extrem anstrengend. Frueher dachten Bjoern und ich Steigungen waeren das schlimmste, was einem passieren kann. Hier haben wir gelernt, es ist der Wind, der einem das Leben wirklich schwer macht. Und heute ist noch eine ganz neue Erkenntnis hinzugekommen: Wirklich haarig wird es, wenn Wind und Steigung aufeinandertreffen, garniert mit schlechten Strassenverhaeltnissen, Regen und Kieselsteinen, die einem entgegengeweht kommen. Das klingt furchtbar, oder? Wars zwischendurch auch mal - und dann gleich wieder einfach wunderschoen. Vorgestern beim Abendessen in der Wildnis kam uns eine Guanaco-Familie besuchen, dazu die wunderschoenen Abende, wenn man einfach mitten drin da draussen ist. Und eine Horde sich freuender LKW- und Bus-Fahrer, fuer die wir anscheinend eine willkommene Abwechslung darstellen.

Aber das wichtigste ist, dass wir ueberhaupt bis hierhin gekommen sind - wir hatten zwischendurch so unsere Zweifel. Und nun wird lecker argentinisch gegessen (Batterien wieder aufladen ;-))

Liebste Gruesse!!

Freitag, 15. Februar 2008

Perito Moreno

Schade, schade, schade.... nun haben wir es an drei Rechnern in drei verschiedenen Internet-Cafes versucht, aber Bilder hochzuladen, dafuer sind diese Systeme offensichtlich nicht gemacht. Auch wenn hier alles durch und durch Zivilisation pur ist (wie andere Reisende sich aeusserten: "Suedamerika? Das hier ist nicht Suedamerika. Eher ein Teil von Europa. Fahr mal nach Bolivien."), mit dem DSL scheint es dennoch noch zu hapern. Also erstmal ein rein woertlicher Bericht. Die Bilder liefern wir dann nach.

Da es heute erst um 11 Uhr losgehen sollte, sind Bjoern und ich noch gemuetlich durch das Staedtchen marschiert, das sich fuer irgendeine anscheinend sehr wichtige Feier herausgeputzt hat (Militaer, Bombenkommando, Buergersteige neu streichen etc.) und somit genug zu gucken bot. Bis Bjoern ploetzlich auf eine oeffenliche Uhr zeigt, auf der es eine Stunde spaeter als auf unserer und damit schon 20 Minuten nach der vereinbarten Zeit ist. Da faehrt man nur ueber eine kleine Grenze, zeigt einmal seinen Pass - und schon haben sie einem eine Stunde geklaut! Denn so wie es aussieht gibt es im Gegensatz zu Chile in Argentinien Sommerzeit, was uns um ein Haar unseren Eistreck gekostet haette. Da aber aufgrund der Feierleichkeiten eh nichts nach Plan lief, war auch der Bus zu spaet und wir konnten eben grad noch reinhuepfen. So lernt man es halt auf die "harte" Tour ;-)

Am Perito Moreno selbst ging es erstmal auf die Aussichtplattformen. Stehen, gucken und warten, dass endlich mal das "kalben" los geht. Eine Stunde lang eine grandiose Aussicht, aber nichts passiert, hoechstens mal ein kleines Eisbroeckchen, das sich den Weg nach unten bahnt - bis wir uns umdrehen, um die Treppen wieder rauf zum Bus zu gehen. Da macht es "Rummms" und ein Riesenstueck landet, entsprechend unbeobachtet von uns, im Wasser. Murphy´s Law. Auf die andere Seite des Gletschers werden wir dann mit einem Boot gefahren und von da aus gehts dann nach einer kurzen Einfuehrung in Gletscher-Geschichte zu Fuss zum Besteigen des Moreno. Und in dem Moment dann wieder lautes Grollen: ein kleines Stueck Gletscher loest sich... und zieht dabei ein deutlich groesseres mit sich. Ein lauter Klatsch und eine beachtliche Flutwelle. So sieht das also aus, das Kalben. Wobei das Beste fast sogar diese irre Geraeuschkulisse ist, wenn der ganze Berg "roehrt" und grummelt und man hoeren kann, wie der Riese in Bewegung geraet.

Nach einer kleinen Lehrstunde, wie man sich mit Steigeisen auf dem Eis bewegt, geht es dann auf den Gletscher. Tiefe Furchen, blaues Eis, tuerkises Wasser - die Bilder gibt´s noch, versprochen. Spannend ist der Treck in jedem Fall, allerdings gebremst durch eine wild durcheinander gewuerfelte Truppe, in der einige entweder nicht so gut zu Fuss oder mit dem Steigeisen schlicht etwas ueberfordert sind. Und so geht es im Schneckentempo und mit vielen Foto-Stops voran (letzteres hat Bjoern sicher mehr genervt als mich ;-))

Nach unser etwas verspaeteten Rueckkehr - und einem Whiskey auf Gletschereis ;-) - sind wir nun einigermassen schlapp und kriechen gleich ins Zelt. Morgen soll es nun endlich mit den Raedern weiter (bzw. los ;-)) gehen. Naechstes Ziel: El Chaltèn.

Liebe Gruesse!

Donnerstag, 14. Februar 2008

El Calafate

Heute nur ein kurzer Eintrag: Nachdem wir die letzten beiden Tage noch in Natales verbracht haben, sind wir heute nun heile (ja, mit dem Bus ;-)) in El Calafate angekommen. Und haben direkt fuer morgen eine Gletscher-Tour gebucht. Und zwar geht es auf den beruehmten Perito Moreno. Erst eine Bootstour zum Gletscher hin, dann ein Treck ueber das Eis. Wir freuen uns schon, euch hoffentlich morgen oder spaetestens uebermorgen spannende Eisbilder zu praesentieren. Drueckt uns die Daumen, dass das Wetter haelt (heute gabs zum ersten Mal seit einer Woche strahlenden Sonnenschein - und das erscheint uns doch genau das richtige Wetter, um auf dem Eis rumzukraxeln).

Vorfreudige Gruesse (zum ersten Mal aus Argentinien :-))!
Tina & Bjoern

Dienstag, 12. Februar 2008

Torres del Paine

Wir sind zurueck von unserer Wanderung. 5 Tage Berge, Taeler, Waelder und vor allem... Gletscher und die dazugehoerigen Gletscherseen. Eine wunderschoene Tour, auf der wir uns zumindest in den ersten Tagen tatsaechlich komplett allein ueber schmalen Pfaden und durch unberuehrte Natur zum jeweils naechsten "Campamento" durchgeschlagen haben. Und um das "Naturerlebnis" komplett zumachen, gab es hier in aller Regel weder Dusche noch andere Annehmlichkeiten aus der Zivilisation... hoechstens mal kaltes Wasser, das direkt vom Gletscher abgepumpt zu sein schien.

Aber bevor wir euch hier in allen Details und wortreich schildern, was es in den Torres del Paine alles zu sehen gibt, hoffe ich, dass euch ein paar Bilder einen besseren Eindruck vermitteln:

Bjoernie vor der Abbruchkante des Grey-Gletscher.




Erste Aussicht auf den Grey-Gletscher vom erfolgreich (wenn auch mit Muehe ;-)) bewaeltigten Pass... (der Gletscher ist uebrigens nicht der Berg im Hintergrund, wie man vermuten koennte, sondern das Weisse zu seinen Fuessen, das sich auf meiner Kopfhoehe befindet).

Gletscher-Seen: Sehen warm aus, sind es aber nicht...

Nun sind wir also zurueck in der Planungsphase. Unser naechstes Ziel: El Calafate.

Hasta la vista :-)

Mittwoch, 6. Februar 2008

Unterwegs nach Puerto Natales

Eigentlich hatten wir geplant fruehestens morgen in Puerto Natales (250 km von Punta Arenas) anzukommen, aber in diesem Fall haben starke Winde die Fahrt nicht verlaengert sondern verkuerzt. Eine kurze Beschreibung unseres ersten Tages auf den Raedern: 50 km in ca. sieben Stunden, wobei auf die ersten 20 km eine gute Stunde kommt und wir uns dann am Rest weitere sechs Stunden abgerackert haben. Der Gegen/Seitenwind war so stark, dass wir die meiste Zeit damit beschaeftigt waren, uns nicht von der Strasse wehen zu lasssen - und das nur leidlich erfolgreich. Mehr als einmal lag zumindest ich (Tina) fast im Graben... Fuer die Strapazen hat uns die Landschaft aber mehr als entschaedigt (jaa, das sieht da so sonnig und schoen aus... Wind kann man nicht fotografieren - und nun ist uns auch klar, warum sich die heimische Flora so "klein" macht)...

Bjoerns Muetze macht sich selbststaendig und muss wieder eingefangen werden - nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal.

Als wir dann bei KM 50 an unserem vermeintlichen Ziel ankommen, muessen wir feststellen, dass das Hostal, das uns hier erwarten soll, nicht existiert. Auf der Suche nach Alternativen stehen wir kurz davor, unser Zelt in einem "Car Port" neben einer "Tankstelle" (beide offenbar schon Jahrzehnte der patagonischen Witterung ausgesetzt und in einem entsprechenden Zustand...) aufzubauen, als uns der Fahrer eines Minibusses anbietet, uns mit nach Puerto Natales zu nehmen. Angesichts der Tatsache, dass sogar die "echten" Patagonier versichern, heute sei es "muy viento", nehmen wir das Angebot dankend an. Als wir nach einer dreistuendigen Fahrt in Natales ankommen, ist das einzige, das der Fahrer fuer die Tour annehmen moechte, ein Lotto-Tipp von uns ;-))

Den heutigen Tag haben wir nun mit Planung verbracht. Morgen geht es fuer wahrscheinlich eine Woche zum Wandern in den Nationalpark Torres del Paine. Wenn es nach Plan laeuft... aber unsere bisherigen Erfahrungen haben uns eher das Improvisieren gelehrt ;-)) Also wird es nun erstmal still um uns... Wir melden uns, wenn wir zurueck sind!

Montag, 4. Februar 2008

Punta Arenas - Tag 2

Noch sind wir in unserem Hostal mit Internet for free. Deswegen halte ich euch noch schnell auf dem Laufenden, bevor wir uns morgen aufmachen Richtung Norden, wo wir wahrscheinlich fruehestens in drei Tagen wieder einen Internetzugang finden duerften. Richtung Norden? Ja, richtig. Feuerland haben wir spontan gestrichen, da wir nach dem aktuellen Faehr-Fahrplan (... was fuer ein schoenes Wort - benutzt man viel zu selten) morgen einen weiteren Tag zur Untaetigkeit verdammt sein wuerden. Und so langsam reizt es uns doch, die eigentliche Tour zu starten. Also gehts nun direkt Richtung Norden (Puerto Natales).

Wobei man sich durchaus auch ohne Raeder einen schoenen Tag machen kann. Unsere gestrige Fahrt in die Pinguin-Kolonie war wirklich schoen. Gar nicht unbedingt oder vor allem wegen der Pinguine (die waren recht klein und alles in allem denen aus dem Koelner Zoo nicht unaehnlich ;-)), sondern vor allem wegen der phanastischen Heimstatt, die sich das niedliche Gehopse zum Brueten ausgesucht hat. Ein kleiner Eindruck hier:


In der Mitte des Bildes und leicht zu uebersehen: Drei kleine Pinguin-Koepfe.




Wir melden uns, sobald wir wieder online sind! Drueckt uns die Daumen, dass Wind und Wetter nicht gegen uns sind (in diesem Fall definitiv woertlich zu verstehen ;-))!

Sonntag, 3. Februar 2008

Am Ende der Welt

Hallo ihr Lieben!

Wer von euch hatte uns noch gleich "viele aufregende Erlebnisse" gewuenscht? In den letzten 48 Stunden haben wir davon wahrscheinlich genug fuer die naechsten Wochen gesammelt...

Erster Zwischenfall: Frankfurt Flughafen. Unsere Fluggesellschaft, die LAN, hat spontan ihre Konditionen geaendert. Der Kilopreis fuer Uebegepaeck ist nunmehr fast um 25 % teurer als man uns am Telefon versichert hatte. Wir haben keine Wahl, zahlen und lassen uns nicht die Laune verderben.

Nach einem langen, aber ansonsten recht ruhigem Flug Ankunft im bruellend heissen Santiago. Statt dass unser Gepaeck hier automatisch verladen wird (ja, auch das hatte man uns zuvor telefonisch zugesagt ;-)) muessen wir unser uberdimensioniertes Gepaeck selbst abholen, durch den Zoll bringen und neu aufgeben. Keine Chance in den 45 Minuten, die die LAN hierfuer vorgesehen hatte. Also startet unser Flieger nach Punta Arenas ohne uns. Erste Panikgefuehle. Rettung naht in Form eines kleinen wuseligen Chilenen in Uniform, der uns durch die Massen lotst, mit allerlei Flughafenpersonal wilde Diskussionen fuehrt und damit dafuer sorgt, dass wir zwei Stunden spaeter einen Esatzflug haben. Wieder beruhigt und noch einmal knapp 4 Stunden in die Luft.

Ankunft in Punta Arenas. Unsere Freude darueber, dass wir ueber 30 Stunden nach unserem Start endich angekommen sind, erhaehlt direkt einen empfindlichen Daempfer. Was wir uns vor der Reise hoechstens mal im Spass als absoluten Worst Case ausgemalt hatten, hat sich prompt bewahrheitet: Unsere Raeder sind weg. Einfach so. Und auch ohne dass eine gewisse Aufregung beim Flughafen-Personal ueber den Verlust festzustellen ist. Hier steht vielmehr direkt bei der Gepaeckannahme eine Dame mit einem grossen Stapel Verlust-Formularen bereit. Es stellt sich in so einem Moment die Frage, ob die Gewoehnlichkeit eines Gepack-Verlustes eher dazu angetan ist, einen zu beruhigen oder ob dies die Panik noch eher verstaerkt. Uns in unser Schicksal ergebend, entscheiden wir uns fuer die erste Variante. Zudem ist die Dame bei der Verlustmeldung sehr freundlich, kennt unser Hostel und verspricht die Raeder so rasch wie moeglich nachzuliefern.


Unser Hostal Estancia

Und das funkioniert tatsaechlich: Heute, einen Tag nach dem wir angekommen sind, kommen unsere Raeder nach. Und das sogar in einem Stueck :-) Bei einer kleinen Testfahrt in strahlendem Sonnenschein bei einer geschaetzten Windstaerke von 8, in Boeen 10, stelle ich fest, dass man sich hier, richtig positioniert, kilometerweit treiben lassen kann, ohne einmal in die Pedale zu treten - und das bei einem durchaus anstaendigem Tempo. Der Rueckweg... tja, der sah dann natuerlich anders aus (und war v.a. von dem Bemuehen gepraegt, sich nicht in den Pazifik wehen zu lassen).


Soviel zu unserer Anreise. Die weiteren Plaene: Heute Besuch einer Pinguin-Kolonie und ab Dienstag auf die Raeder nach Feuerland.

Bis bald! Oder vielmehr: Hasta luego :-)

Freitag, 1. Februar 2008

Stichtag

Heute ist es also endlich soweit - und das Wetter könnte nicht besser sein, um ans andere Ende der Welt zu fliegen... Nicht dass wir noch zusätzliche Motivation bräuchten ;-)

Nach unzähligem einpacken, umpacken, kleiner packen & neu sortieren scheint es nun vollbracht, dass wir unseren ganzen Kram nicht nur so auf die Tachen verteilt haben, dass zumindest eine Chance besteht, kein Übergewicht zahlen zu müssen. Mit Mühe und Not haben wir auch das Gepäck, allen voran die überdimensionalen Fahhrad-Kartons, in unserem Wagen untergebracht.

Das heißt nun also: Alles ist startklar und es kann losgehen! Wir werden uns größe Mühe geben, euch hier regelmäßig auf dem Laufenden zu halten und möglichst auch mit schönen Bildern von Feuerland, Patagonien und Co. zu dienen.

Aufgeregte Grüße senden euch Tina & Björn