Nein - keine Hochzeit in den Bergen. Auch keine Auszeit im schicksten Hotel Limas (das btw 300 € die Nacht kosten wuerde). Stattdessen haben wir uns recht spontan entschieden, hier in Lima einen Paragliding-Kurs zu absolvieren. Nachdem wir in den vergangenen Wochen einigermassen ratlos waren, wie wir die verbleibende Zeit am besten nutzen koennen, ohne in Stress zu kommen, rechtzeitig in Lima zu sein, ist uns das Angebot "Paragliding fuer Anfaenger" ins Auge gefallen. Der Kurs beinhaltet 6-8 Tage, in denen man mit den Grundzuegen des Paraglidings vertraut gemacht wird.
Schon am ersten Tag, den wir nahe von Lima in der Wueste verbracht haben (hohe Duenen - viel Sand - weiche Landung) durften wir feststellen, dass das eigentliche Problem nicht das Fliegen, und auch noch nicht mal unbedingt das Landen ist, sondern vielmehr den Schirm auch bei Wind gerade hochzubringen und dann einigermassen unter Kontrolle zu halten. Die zweite Erkenntnis folgte auf dem Fusse: Die groesste Gefahr, die einem Paragliding-Anfaenger droht, ist mitnichten der Absturz, sondern vielmehr das Ausloesen einer Herzattacke, wenn er sein ganzes Equipment nach einem kurzen Flug wieder die Duene hochschleppt... Hardcore...
"Chico" Bjoern mit Trainer Luco (Zitat: "Martina, du kannst doch den Namen vom Chico auch nicht richtig aussprechen, oder?")
Schirm ausrichten, Bremsen in die Hand, A-Leinen ziehen, loslassen und rennen....


Er steht! In der Regel macht die naechste Windboe diesen Erfolg nach wenigen Sekunden zunichte.
Bjoern nach reichlich sandigem Bodenkontakt...
Nach zwei Uebungstagen in den Duenen ging es dann vorgestern auf unser erstes Kliff (Hoehe ca. 100m), das anfaengerfreundlich auch komplett aus Sand bestand und damit immer und ueberall eine sichere Landung gewaehrleistete. Hier dann der erste richtige Flug mit echtem Thermik-Auftrieb: Um letzteren zu geniessen gilt es, immer moeglichst dicht am Hang enge Kurven zu fliegen, um sich dann vom Aufwind ueber das Kliff tragen zu lassen. Ein irres Gefuehl, wenn einen der Wind unvermutet in die Hoehe zieht...
Sicherheitspolster am Po: Nach dem Ablegen desselben fuehlt man sich unvermutet rank und schlank ;-))
Schirm ausrichten nahe am Kliff, dann ist der Weg nicht soweit. Sich mit aufgestelltem Glider vorwaertszubewegen, erweist sich beim entsprechenden Wind als nahezu unmoeglich, da die Fuesse stets drohen den Bodenkontakt zu verlieren.
Wenn sich dieses Phaenomen einstellt, kann ein kleiner Schubser von Luco nicht schaden.
Geschafft! Der Rest ist nun deutlich unproblematischer. Falls man sich nicht zurueck auf Hoehe "schaukeln" kann, einfach runter an den Strand und aufs Auto warten.




Es verbleiben noch weitere drei Kurs-Tage, in denen wir noch unsere Bodenkontrolle verfeinern werden (sowas von notwendig ;-)) und hoffentlich noch ein paar schoene Fluege geniessen duerfen.
Und dann heisst es bald Sachen packen... Da wir hier aber nur von schoenstem Wetter zu Hause hoeren und der Himmel in Lima bestenfalls eine leicht hellgraue Toenung aufweist, koennen wir uns inzwischen auch schon ein wenig auf den naechsten Donnerstag freuen.
Es gruessen euch,
Flieger-Tina und Flieger-Chico Bjoern